Diese Tage

Kennt ihr diese Tage, die schon beim Augenaufschlag drohen, völlig schief zu laufen? Gestern war so ein Tag.

Ich wache mit Kopf- und Magenschmerzen auf. Die Magenschleimhautentzündung, die mich schon einmal wochenlang begleitete, winkt leise. Ja ja, Kamillentee statt Kaffee, prickelnd. Und essen will ich gar nichts. Am Liebsten würde ich mich stundenlang bemitleiden und einfach liegen bleiben. Aber wir haben ja einen Plan, heute soll es nochmal warm werden, bestes Fotowetter, und wir wollen zum Zoom. Als ich mich einigermaßen einkalibriert habe, beginnt der Mann rumzuteufeln. Erst ignoriere ich es, doch irgendwann frage ich nach „Was ist denn passiert?“ Aha, keiner der 4 Kameraakkus ist so richtig geladen. Mein Vorschlag: Wir können es ja verschieben, dann fahren wir nächste Woche, wird übergebügelt. Nein, so war der Plan, wir ziehen das jetzt durch.

Er packt mühsam seine Kameratasche zusammen, meckert die ganze Zeit über sich und seine Unordnung, während ich mich ablenke, um nicht völlig runtergezogen zu werden. Früher Start, das war jetzt schonmal nichts, denke ich, aber dafür soll es ja besonders schön werden. Irgendwann, nachdem der Zoom schon geöffnet hat, fahren wir los.

Die Strecke kommt mir ewig lang vor. Als wir am Parkplatz ankommen, ist davor eine Schlange. Nicht, weil es schon so voll wäre, sondern weil die Schranke kaputt ist. Noch geduldig reihe ich mich ein, mache den Motor aus. Hinter uns kommt Auto um Auto dazu, da werden die Fenster runtergekurbelt und Horden von Kindern gucken heraus, rufen hin und her. Die ersten Autofahrer hupen. Ich gucke auf meinen Beifahrer, der aussieht, als müsse er mühsam um seine Selbstbeherrschung kämpfen. Na toll. Das wird ja ein entspannter Urlaubstag…

Irgendwann kommt Bewegung in die Sache und wir haben die Möglichkeit, einen anderen Parkplatz anzufahren. Auf dem Weg dorthin wage ich noch einen Vorstoß: „Du, manchmal denke ich ja, was einem so begegnet, sind alles kleine Zeichen. Vielleicht soll es heute einfach nicht sein?“

Zu meinem Erstaunen und meiner Erleichterung nickt der Mann heftig und gesteht, dass er selbiges auch soeben dachte! Erleichtert fahre ich am Parkplatz vorbei. Zu viele Menschen heute.

Und nun?

Wir fahren weiter nach Haltern zum See, gehen dort ein wenig spazieren, machen Fotos. 

Der Mann verflucht seine Kameraausrüstung, wird stündlich blasser. Ich tanke Waldstimmung und -farben und -duft und lebe auf. Wie so oft sind wir gegenläufig.

Wieder zu Hause schläft er sofort ein, während ich noch ein wenig im Garten rumwusel und die Sonne genieße. Danach gibt’s für mich Kartoffelpüree (der Mann hat unterwegs gegessen), wir schauen unsere Lieblingsserie, und dann-  schlafe ich ein. Bis er mich um kurz vor 22.00 weckt und mit Wärmeflasche ins Bett steckt. So sind wir. Irgendwie gegenläufig.

 

PS: Ich bin seit kurz nach 5 wach und voller Tatendrang, hab ja früh geschlafen, der Mann liegt noch im Bett. Ich wette, wenn er aufsteht, bin ich wieder müde ;-))

6 Gedanken zu “Diese Tage

  1. Würde sagen, ihr seit so ziemlich gegenläufig und finde es klasse, dass du zumindest trotzdem die wunderschöne Natur, sogar aus einem faszinierenden Blickwinkel wie bei den Pilzen, genießen und im Bild festhalten konntest !
    Liebe Grüße von Hanne☀️🍀

    Gefällt 1 Person

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