Die Zeitdehnung – ein Feiertagsprotokoll nach der Zeitumstellung

Halb 3. 
Warum bin ich denn schon wach? Der Kater neben mir ist auch schon wach und starrt mich an. Ist ja auch eigentlich schon halb 4. 

Ich dreh mich nochmal rum und schlaf weiter. 

Halb 4 
1000 Gedanken im Kopf. Wie schön es gestern war mit dem Hund. Er war so voller Lebensfreude. Und hat in den paar Stunden schon viel gelernt, wir waren ein gutes Team beim Spaziergang, er ist echt toll. Hoffentlich können die beiden „alten Herren“ ihn überhaupt auslasten. 

4 Uhr
Normalerweise müsste ich gleich aufstehen. Was die Kollegin wohl macht, wie es ihr wohl geht? Und soll ich Dienstag arbeiten gehen oder im Homeoffice bleiben? Der Kater gurrt. 

Halb 5
Der Mann ist auch schon wach. Wir wollen ja auch früh zu den Katzen in Duisburg fahren und sie versorgen. Überlegen, eine Kiste mit Laub mitzunehmen, damit die Wohnungskatzen mal was zu schnüffeln haben. 

6 Uhr
Jetzt sitzen wir hier tatsächlich schon beim Frühstück. An einem Feiertag! Wir sind schräg…

7.30 Uhr
Auf der Autobahn ist es herrlich leer, die Sonne schmeichelt dem Beton. Und Duisburg ist noch völlig verschlafen. Die Katzen allerdings erwarten uns schon, Neppi springt von einem Fenster zum anderen und das kleine Mäulchen geht auf und zu. Schnell rein und Futter austeilen und Streicheleinheiten. Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Katzen sind, alles Persönlichkeiten. Neppi wirkt so viel agiler als unser alter Simba, und die Laubkiste ist ein voller Erfolg. Evy und Neppi erkunden auch den Balkon, ist ja schönes Wetter, danach kehrt langsam wieder Ruhe ein bei den beiden. Wir fahren wieder nach Essen. 

Unterwegs noch schnell das Päckchen für’s Baby vor die Tür stellen (weil wieder niemand aufmacht, junge Eltern sind verständlicherweise sehr beschäftigt) und mein Auto eingefangen und nach Hause geholt. 

10.30 Uhr  
Wieso ist es immer noch so früh?? Die Arbeitssituation ist auch schon geklärt, anscheinend sind alle heute früh wach.
Komm, wir packen Laub in Tüten, das macht gute Laune.
Und ich habe Lust, bei dem schönen Wetter auch noch in den Garten zu gehen, der Lieblingsmann will seine Sachen packen für den Rest der Woche in Duisburg zu Katzensitten. 

12.00 Uhr
Hast du Hunger? Und wie! Der Lieblingsmann kocht uns was, und der Duft von gebratenem Knoblauch zieht durch den Garten, wie im schönsten Film. Gefühlt müsste es schon Nachmittag sein, aber es ist gerade mal Mittag. Seltsam. 

13.30 Uhr
Ob wir da sind? Na klar! Die jungen Eltern haben einen Überraschungsbesuch angekündigt. Wie ich mich freue! 
Eine gute halbe Stunde später sind sie da, und ich schmelze dahin. Über zwei Stunden habe ich das kleine Wunder auf dem Arm, es schläft und übt Fratzen und lustige Geräusche, lächelt sein Feenlächeln und ist völlig friedlich. Mutter und Vater entspannen sich sichtlich.

17.00 Uhr
Der Mann ist fort, der Besuch auch, der Abend aber noch kaum angebrochen. Der alte Kater rollt sich neben mir ein und schläft. Die Zeit, sie schenkt mir heute einen besonders langen Tag. Ich schreibe noch ein wenig mit einer Freundin, stöbere in der Mediathek rum, gucke ein bisschen Serie. 

Immer noch früh, noch nicht mal 20.00 Uhr. Ich bin schon bettschwer. 

Um 21.00 geht der Kater dann nochmal in den Garten. Stimmt, sonst macht er das oft um 22.00. Ich habe Glück, er kommt von allein wieder rein, ohne sich lautstark zu beschweren. Sollen wir schon hoch gehen, was meinst du, Roter? Er zwinkert mir zu. Ja, warum nicht? 

Also mache ich sein Abendessen fertig, trage erst dies und dann ihn hoch, und um halb 10 liegen wir zwei zufrieden im Bett. 

… Am nächsten Tag… 

3.00 Uhr
Noch viel zu früh, dreh dich nochmal um. Der Kater starrt mich an und krallt sich in meine Kopfhaut. 

4.00 Uhr 
Hey, du hast verschlafen! Er trampelt über meinen Kopf hinweg auf meinen Nachtschrank und randaliert dort. 

Stöhn… – Es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir wieder im Rhythmus sind, ich kenne das schon. 

Aber so einen langen Tag wie gestern hatte ich selten. Schön lang. Gedehnt. Erfüllt. Das war schön! 

2 Gedanken zu “Die Zeitdehnung – ein Feiertagsprotokoll nach der Zeitumstellung

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