Sonntag, früher Nachmittag

 Ich liege mit dem Kater auf der Bank an der Heizung und schaue hinaus in den verschneiten Garten. 
Der Schnee auf unserem Glasdach sieht von unten ganz türkis aus. Dazu ein kleiner Fetzen blauer Himmel, und im Hintergrund die türkisfarben angestrichene Hütten. 
Ein bisschen fühle ich mich wie ein Fisch im Aquarium. 
 
Während mein Blick sich am Schnee kaum festhalten kann, wabern meine Gedanken hin und her. Der Buddha hat eine Schneehaube auf dem Kopf und vor dem Bauch. Ansonsten sieht er aus, als hätte er sich mit Suppe bekleckert. 
Ob der Strandkorb diesen Winter ohne Abdeckung überlebt? 
Der einstmals leuchtend orange Sonnenschirm ist inzwischen ganz grün von außen. Wegen seines Gestänges können wir ihn im Winter nirgendwo geschützt unterbringen. Jetzt scheint er sich zu tarnen. 
Im Rhododendron sitzt ein Schneelamm. Nicht mehr lange, und es wird abstürzen. 
Kein Vogel zu sehen, wo sind sie alle hin? Machen sie Mittagsschlaf?
 
Überhaupt ist es so still. Nur das leise Klappern der Tastatur und das Ticken der Uhr ist zu hören. Ganz anders als in der Früh, als der Schneefall die gesamte Nachbarschaft in geschäftigem Treiben auf die Straße trieb. 
 
Ich mag diese Stille. 
Es ist so unendlich viel Platz in ihr. 

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