Dem Vater reicht’s

Der Vater hat genug. Und nun hat er es getan.

Er hat genug Mäuse. Von den Mäusen hat er nun genug. Es reicht ihm. Überall Mäuse, die in der Gartenhütte rumtoben und ihm alles durcheinander machen. Alles anknabbern. Alles vollpieseln. Es reicht ihm.

Wir dachten schon, dieser Tag würde nie kommen, doch selbst dem Vater platzt die Hutschnur irgendwann.

Nachdem wir eine Kiste aus der Hütte geräumt hatte, in der alte Handtücher, alte Tischdecken und eine Schürze waren – und weiche, mit zerkauten Stoffen gepolsterte Mäusenester, und fliehende Mäuse – hat auch der Vater ein Einsehen. Wie oft schon haben wir ihm beschrieben, dass die Mäuse durchs offene Schiebefenster ein- und ausgehen, aber er hat es nicht geglaubt, und dauernd blieb das Fenster offen stehen. Nun ist es zu, aber die Mäuse haben es schön warm und trocken. Und reichlich Grassamen, Hanfsamen, Nüsse und anderes, was der Vater so zu seinem Fernsehnachmittag mit in die Hütte nimmt.

Doch dem Vater reicht es nun. Er besorgt Mausefallen. Insgesamt vier Stück. Denn unsere natürlichen Mäusefallen

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versagen. Sind in Rente. Bekommen zu viel Futter. Jedenfalls ist die Fangrate deutlich gesunken.  Also wird nunmehr der Vater zum Mausefänger. Natürlich nicht mit Lebendfallen, wie bei uns im Haushalt üblich, wenn die Kater mal wieder lebende Mäuse anschleppen. Hinten mit Katz rein ins Haus, ab in die (Schokoladen-)Falle, vorne dank Mensch wieder raus aus dem Haus, so läuft das hier.

Nicht so im Gartenhaus. Der Vater stellt weitläufig rund ums Gartenhaus Schlagfallen auf. Die Tochter tobt! Ob er sich schon mal überlegt habe, wenn eine Katze mit der Pfote… nein, das gehe absolut nicht. Bitte nur in der Hütte!

Der Vater fügt sich, belädt die Fallen mit Käse (Achselzucken unsererseits, wissen wir doch, dass Mäuse bevorzugt auf Rahm-Mandel-Schoki von A* stehen) und verschließt die Hütte.

Ich spreche noch ermahnende Worte, er möge aber bitte regelmäßig die Fallen kontrollieren, nicht dass die kleinen Tierchen da jämmerlich verenden und vor sich hin verwesen. Dann versuche ich, das Thema so weit wie möglich aus meinem Bewusstsein zu verdrängen.

Nach zwei Tagen traue ich mich endlich zu fragen: Hast du mal die Fallen kontrolliert? Ach ja, der Vater erinnert sich. Eine halbe Stunde später steht er triumphierend in unserer Küche: Vier Fallen, vier Mäuse! Er ist begeistert. Und hat in seinem Jagdeifer die toten Mäuse auf den Kompost geschmissen. Ahh. Ich bitte ihn, das zukünftig nicht mehr zu tun, sondern sie in der Tonne zu entsorgen, sonst haben wir bald keine Mäuse mehr, sondern Ratten. Er guckt irritiert, scheint aber einverstanden zu sein. Er ist voll der stolze Fallensteller, mich gruselt es.

Wir wohnen in einer Straße mit dem schönen Namen Adelgunde. Lt. Wiki* ist der Name Adelgunde zusammengesetzt aus althochdeutsch adal „vornehm, edel“ und gund „Kampf“.

Mäuse, ihr wisst Bescheid, der Kampf ist eröffnet, rette sich, wer kann!

 

8 Gedanken zu “Dem Vater reicht’s

      1. Du musst die Bärchen vorher in den Mund nehmen, damit sie richtig feucht sind. Dann unter den kleinen Bügel in die Vertiefung drücken. Sie kleben dann gut am Holz fest und die Maus muss richtig dran zerren. Und dann schnappt die Falle zu.

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