Was hilft? – Beitrag zu den abc-Etüden

 

Die Welt verletzt, verrückt.
Sie passt mir nicht mehr,
kneift mich wie eine zu enge Hose.
Unbehagen schwillt in mir, nimmt sich Raum
und mir die Luft zum Atmen.

Ängstlich schwinge ich mich ab und an in die Höhe,
den Blick Richtung Horizont.
Abstand soll gut tun, sagte man mir.
Dass die Höhenangst gleich mit kommt,
fand keine Erwähnung.

Vogelflug sieht vom Boden so friedlich aus,
da ziehen sie dahin, die Richtung im Blick.
Ich taumel orientierungslos,
wo ist das Ziel, wo eine Lösung?

Auf und ab, her und hin geht der Flug.
Der Regen peitscht mich zurück zum Boden.
Wie eine nasse Katze ziehe ich mich zurück
und lecke meine Wunden.

Als ob das hilft.

 


 

Es gibt Zeiten, da hilft es nicht mehr, alles mit sich selbst abzumachen. Da brauchen wir Menschen um uns herum und Zeichen, die wie gemeinsam setzen. Ich hatte nicht gedacht, dass mich diese Zeiten irgendwann einholen würden, dass sie wiederkommen oder wir gar neue davon schaffen würden durch unser beständiges Kreisen nur um uns selber. Nun ist es soweit.

 


 

Wie immer herzlichen Dank für die Schreibeinladung von Christiane (dort findet ihr auch die „Regeln“) und die Worte von Ulli Gau aus dem Café Weltenall. 

9 Gedanken zu “Was hilft? – Beitrag zu den abc-Etüden

  1. Das von den Kastanien, die herunterprasseln , und das von den „harten Einschlägen“ las ich gerade. Das kommt mir irgendwie bekannt vor, und ich empfinde so etwas wie Sympathie.
    Wenn ich auch keinen Rat weiß, so will ich doch ein „offenes Ohr“ haben. Das scheint der
    Weg zu sein, der weiterführt, höher hinauf… Der „schmale Pfad “ genannt, welcher auch
    steinig ist und am Abgrund vorbeiführt, gab knapp daneben…. Doch irgendwie geht es dann doch weiter. Und da erst ahnen wir etwas von den einzig wahren „Hilfen“, die ja immer da sind. Nur wir Menschen lieben eben „den Spatzen in der Hand“ mehr als die „Taube auf dem Dach“, symbolisch gemeint…

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      1. Schön, daß ich anscheinend richtige Worte dafür fand. Das kommt nicht so oft vor, daß ich etwas sage, was auch „ankommt“. Meistens verhallt es ungehört im Raum, ohne ein Ohr oder Herz zu erreichen, so kommt es mir vor. Al,erdig muß ich mich fragen, wie geöffnet ich selber bin für wirklich vom Herzen kommenden Guten Rat und echte Hilfe? Wenn ich nicht offen bin, kommt auch nichts an bei mir. Doch Vorsicht mit dem Sich-Öffnen!
        „Öffne Dich mehr nach Oben
        Als zu dem liebsten Menschen!“
        Das ist eine „Gehörte Hilfe“ , auf innerem Wege Aufgenommen von Eva-Margret Stumpf. Ich glaube, darin steckt ein „Wegweiser“.💛👍

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  2. Abstand tut gut, das stimmt schon, aber wie du so treffend schreibst, das mit der Höhenangst ist auch nicht ohne, wenn man den erhöhten „Standpunkt“ nicht gewöhnt ist.
    Gut geworden, bietet viel Stoff zum Nachdenken, deine Etüde.
    Liebe Grüße, dir eine gute Woche
    Christiane, wieder daheim

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    1. Uiii, ein Lob der Etüdenmutter ;-)))
      Danke dir, liebe Christiane, freut mich, dass mein Text dir gefällt. Und mich freut es, dass ich wieder teilgenommen hab, beim letzten Mal hab ich ja einmal ausgesetzt. Ich hatte wohl einfach zu viel im Kopf.
      Dir auch eine gute Woche,
      Andrea/Hummel

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  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 45.46.19 | Wortspende von „Meine literarische Visitenkarte“ | Irgendwas ist immer

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