Schreien, schuften, Haare raufen

Seit Tagen dieser Balanceakt, dieses Vermitteln zwischen Menschen, dieses Hineinversetzen, Dochnichtverstehen, Ärgern, Nurjetztnichtausflippen, Allesirgendwieerledigen, Nichtdenfalschentreffen, SelbstnichtdabeiunterdieRäderkommen. Und dabei zwischendurch schreien, weinen, trösten. Habe ich schon gesagt: Ich balanciere nicht gerne. Ich fühle mich dabei plump und ungeschickt. Ich sage gerne, was ich denke, weiß aber inzwischen, dass das nicht in jeder Situation angemessen ist und ich manchmal gut daran tue, erst einmal über etwas zu schlafen. Dann kann ich auch den Ton besser modulieren. Manches erledigt sich sich über Nacht. Doch im Moment nicht. Da raubt es mir den Schlaf, um den es eh nicht bestens bestellt ist. Heute Nacht schauten mich zwei Paare Katzenaugen verwundert an, als ich um 4 Uhr den Brötchenteig aus dem Kühlschrank holte und den Ofen anheizte. Und ihnen ein paar Leckerlies austeilte. Kurios, mögen sie gedacht haben, was Menschen manchmal veranstalten. Sonst gibt’s doch nie… aber egal, wir nehmen es, wie’s kommt, rein damit! Und auch der Mann hat sich gefreut, mit Brötchenduft in der Nase aufzuwachen.

Dennoch, das Seil ist dünn, auf dem ich tanze, es schlingert schnell und wirft mich ab, wenn ich es gar nicht erwarte. Gestern Abend zum Beispiel, da reichte ein einziger kurzer Satz, um ganz unten anzukommen. Da musste ich erstmal die Umgebung wechseln und das Seil wieder befestigen, um weiterlaufen zu können. Ich hab‘s dann tiefer gehängt, damit ich nicht so doll stürze. Und etwas verbreitert, vom Drahtseil zur Slackline. Lieber wär mir aber ein schön breiter Spazierweg. Doch die Katzen machen es mir vor: Nehmen, wie es kommt. Sportlich.

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Verlinkt als Beitrag zu den Abc-Etüden bei Christiane mit Wortspende vom Blog Katha kritzelt. Herzlichen Dank!

10 Gedanken zu “Schreien, schuften, Haare raufen

  1. Die sind soooooo schön, deine Katzenbilder, ich kann verstehen, wenn du die lieber nehmen willst. Ist ja auch ein Angebot, das mit dem den Illustrationen, kein Zwang.
    Deine Geschichte kann ich auch völlig nachvollziehen: Meiner wäre ebenfalls total irritiert, wenn ich mitten in der Nacht in der Küche stände …
    Liebe Grüße
    Christiane
    (Hurra, dein Ping ist auch da!)

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  2. Klingt wahrscheinlich etwas abgedroschen, aber ist wirklich so… „In der Ruhe liegt die Kraft“ und solltest dich vielleicht nicht gar so stressen, oder stressen lassen.🙄
    Liebe Grüße von Hanne 🍀🌺

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    1. Weißt du, ich halte nichts davon, Gefühle, die ich habe, wegzumachen. Auch nicht durch „Entstressung“. Viel zu oft wurd mir mein Erleben abgesprochen. Ist doch nicht so schlimm. Wird schon wieder. Alles halb so wild.

      Aber Ruhe, im Sinne von Stille, da geb ich dir völlig recht, führt mich wieder zum Kern und bringt Heilung. Denn dann darf sein, was gerade ist, ohne Kommentar, ohne Bewertung. Manchmal verliere ich das aus den Augen.

      In diesem Sinne dank ich dir für deinen Kommentar und wünsche noch einen schönen Sonntag!

      Hummel

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  3. Gudrun Wagner-Boy

    Liebes Hummelchen,

    das hört sich aber alles gar nicht so gut an. Brauchst Du ein Ohr???????

    Ich drück dich ganz dolle Gudrun

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  4. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 21.22.19 | Wortspende von Team dergl | Irgendwas ist immer

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