Warum wir am Samstag oft auswärts frühstücken

Als Beitrag zu den Abc-Etüden , diesmal alles selbst erlebt.  Wieder und wieder.
Die Worte stammen von Rina vom Blog Geschichtszauberei. Vielen Dank! abc.etüden 2019 12+13 | 365tageasatzaday

 

Warum wir am Samstag oft auswärts frühstücken

Während ich mich noch im Bett von einer Seite auf die andere wälze und mich nicht entscheiden kann, aufzustehen, fragt er mich schon fertig geduscht, ob wir nicht ins Café gehen sollen, frühstücken. Oder lieber zum Bäcker um die Ecke? Als ob ich schon so weit wäre, Entscheidungen dieser Tragweite zu treffen! Manchmal ist mir nur von dieser Fragerei schon die Laune verdorben! Da heißt es, mich zusammenzureißen.

„Ich überleg mal…“ brummel ich in die Kissen. „Ich muss erstmal duschen…“ „…und dann hab ich nasse Haare…“ Was übersetzt so viel heißt wie: „Eigentlich will ich nicht. Ich möchte Stunden unter der Dusche verbringen, bis ich völlig aufgeweicht bin, mich in Ruhe fertig machen und anziehen, danach am Fenster sitzen mit Kaffee und nackten Füßen und Katze auf dem Schoß und Blick in den Garten.“

Das jedoch würde ihn verwirren.

Denn faktisch sitze ich nur bei 35 Grad mit nackten Füßen am Fenster, und sobald ich einmal in mein Brot gebissen habe, fallen mir 1000 Sachen ein, die ich noch schnell tun möchte. Womit sich das ausgedehnte Frühstück so entwickelt, dass nur er am Tisch sitzt, während ich um ihn herumwusele. Oder schon vor Ungeduld mit dem Stuhl wippe. Oder ständig auf ihn einplappere mit neuen Vorschlägen und Aufgaben, die wir mal eben erledigen können. So ist das immer! Ich kann nicht anders! Auch wenn ich es mir anders ausmale in meiner Fantasie (siehe oben).

Da bietet so ein Café einen Ausweg für uns beide:  Der Gatte hat‘s gemütlich und ich werde durch die Gäste drumherum abgelenkt, denn meine ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf die Nebentische. Manchmal, wenn nicht viel los ist, auch auf den Lieblingsmann. Jedenfalls laufe ich nicht weg. Wie zu Hause.

Also: Ja, wir gehen frühstücken. Ins Café. Entschieden.

 

 

 

 

14 Gedanken zu “Warum wir am Samstag oft auswärts frühstücken

  1. Ich muss bei der Vorstellung ziemlich grinsen. Wie weit Vorstellung und Wirklichkeit doch auseinanderklaffen! Aber ein Lieblingscafé idealerweise in Laufnähe zu haben, in das man ab und an frühstücken gehen kann, ohne viel Aufhebens darum zu machen, ist schon mal toll.
    Liebe Grüße
    Christiane, die auch gern barfuß und mit Fellträger frühstückt … auch bei kälteren Temperaturen

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    1. Lach, also kein Problem mit kalten Füßen, was?
      Ja, das ist der Luxus, den wir hier haben. Obwohl wir schon nicht superzentral wohnen, wenn man alles zu Fuß machen will.
      Dir einen schönen sonnigen Tag!
      Hummel, dumm aus dem Bürofenster in die Sonne blickend. Mit Schuhen. 😉

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      1. Im Sommer sind mir kalte Füße egal, im Winter trage ich bevorzugt dicke Socken. Fußklima und so. Und je näher der Frühling/Sommer rückt, desto öfter ertappe ich mich, barfuß herumzulaufen, weiß auch nicht, wo dann die Socken bleiben 😁

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    1. Unsere Fellnasen sind inzwischen an manchen Tagen so nervig, dass wir eher den Kaffee vor ihnen beschützen müssen ;-))
      Es gibt inzwischen auch einige Katzenhaftes, z.B. in Köln, Düsseldorf, Aachen.. Da scheinen auch ein paar Menschen ohne „eigene“ Katzen ähnliche Vorlieben zu haben!
      LG
      Hummel

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  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 14.19 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

  3. Es ist nicht einfach unterschiedliche Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen… ich für meinen Teil liebe auch die ausgedehnten Frühstücke und mein Mann ebenso. Dein Text hat mir jedenfalls viel Lese-Spaß bereitet – von außen betrachtet ist eben alles einfacher. 😉
    Liebe Grüße
    Nicole

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  4. Ich bin auch so gerne Barfuß. Socken sind ein notwendiges Übel. Aber sobald ich kann, werden sie ausgezogen.
    Was die Hummeln angeht – da hat mein Mann das gleiche Problem – gerade erst – er ist der Koch bei uns, und während er fleissig köchelt, plappere ich ihn ein Ohr ab, was ich so alles gerne erledigen würde…und am Ende landen wir auf der Couch…aber immerhin ist die Fantasie sehr fleissig am Umgestalten gewesen….

    Sehr witzige Etüde.

    Gefällt 1 Person

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