Am Kompost

 

Leise fällt der einsetzende Nieselregen auf den Komposthaufen, das noch trockene Laub knistert. Während die Vögel unbeirrt nach Nistmaterial suchen, positioniert sich Kater Simba mit leicht humpelnden Bewegungen – seine Arthrose setzt ihm zu – zwischen Komposthaufen und Hecke und verharrt.

„Irre ich mich“ ertönt da die dunkle Stimme von Herr Maus aus der unteren Etage des Komposts „oder sitzt dieser dicke rote Kater schon wieder vor unserer Haustür?“

Der Kater spitzt die Ohren und Adrenalin pumpt sich in seinen Körper. Ganz langsam hebt er sein Hinterteil und rüstet sich zum Sprung.

„ Anton, mein Lieber, was stört es dich?“ hört er da Frau Maus in ihres Gatten Mäuseohr flöten. „Unser Bettchen hier ist so herrlich weich und warm, was stören uns die Vorgänge da draußen? Es gibt hier drin noch genug zu tun, bevor morgen unsere Kinderchen geboren werden. Doch lass uns erst gemeinsam ruhen. Ein wenig Zweisamkeit tut uns ganz gut!“

Das Hinterteil des Katers setzt wieder sanft auf dem Boden auf. Das hier kann noch länger dauern. Er hat Geduld.


Beitrag zu den abc-Etüden von Christiane, hier die  Schreibeinladung , diesmal mit Worten aus dem Fundevogelnest. Passend zum Wetter.

Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag!

PS: Fürs Nieselregenfoto musste ich den Kater mit Leckerchen bestechen. Sowas hat er ja noch nie erlebt, dass es fürs Draußenhocken eine Belohnung gab!

Werbeanzeigen

7 Gedanken zu “Am Kompost

  1. Ach, du auch eine „Kattitüde“? Hübscher Kerl! Wenn man Kater mit etwas motivieren kann, dann mit Leckerchen, so weit, so wahr. Meiner verweigert sich allerdings möglichst konsequent dem Ansinnen, doch mal für mich zu modeln.
    Und diese misstrauisch untersuchende Körperhaltung von Bild eins – ha, wie ich das kenne. Katzen sind doch irgendwo alle gleich …
    Meinem würde beim Warten auf die Mäuse langweilig, glaube ich.
    Liebe Grüße, schönen Sonntag
    Christiane

    Gefällt 1 Person

  2. Schockverliebt in Simba! Unser (auch roter) Kater hatte bis jetzt immer Mäuse-Kinder angeschleppt, neulich aber Mama oder Papa- Maus. Da wird nicht mehr unter dem Komposthaufen gesäuselt. Irgendwie will ich immer gar nicht glauben, dass unsere Schmuser solche Mörder sind….
    viele Grüße Miki

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das geht mir auch so! Im ersten Jahr, nachdem wir hier eingezogen waren, haben unsere beiden Kater zusammen über 200 Mäuse angeschleppt, lebende und tote (wir haben eine Strichliste an der Tür geführt)! Inzwischen sind es schon alte Herren, da kommen nicht mehr so viele, aber dafür größere Mäuse… und wenn Sharif sie ab und an „zerknackt“, gruselt es mich immer vor ihm…
      Schnurrende Grüße,
      Hummel

      Liken

    1. Geht mir auch so. Besonders die lebenden Mäuse sorgen immer wieder für überraschende Situationen, wenn sie uns vor die Füße gelegt werden und dann die Wohnung unsicher machen, während die Katzen wieder rausstratzen. So nach dem Motto: Ihr habt ja jetzt genug zu tun 😉
      LG Hummel

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.19 | Wortspende von Geschichtszauberei | Irgendwas ist immer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s