Gegenläufig

Es gibt diese Tage, an denen meine Zufriedenheit zu Hause gegenläufig proportional zur Zufriedenheit im Büro abnimmt bzw. zunimmt. Heute war so ein Tag.

Zustände wie heute sind mir vertraut, seitdem ich vor über 30 Jahren meine Lehre machte. Hatte ich einen Scheißtag im Büro, kam ich nach Hause und dort warteten schon Frieden, Fröhlichkeit und angenehme Gespräche. War die Stimmung im Büro ausgelassen und fröhlich, verging mir diese bereits beim Öffnen der Tür, spätestens beim Zusammentreffen mit dem jeweiligen Lebenspartner.

So auch heute. Nein, die Stimmung war nicht ausgelassen und fröhlich, aber für unsere Verhältnisse schon gut. Ich habe vor mich hingearbeitet, lediglich die Tastatur hat sich trotz neuen Rechners und neuer Tastatur regelmäßig verabschiedet (falls jemand diesen Fehler kennt, bitte melden), habe eine Mittagspause in der Sonne verbracht, habe meine Aufgaben erledigt, zwischendrin sogar ein kurzes Gespräch mit der Kollegin geführt, das ist ein guter Tag.

Mit dem Aufschließen der Tür endet er. Eigentlich schon vorher. Es hat mal wieder niemand die Mülltonne zurückgestellt, und der Geruch… Na prima. Der Tonne stinkt, die Stimmung sinkt.

Der Fußboden ist noch dreckiger als morgens, es gibt kein frisches Obst oder Gemüse, stattdessen kommt der Lieblingsmann vom Einkauf mit Pitataschen zum Füllen. Na toll. Nein, ich habe keinen Hunger. Jedenfalls nicht auf sowas. Und nicht so früh. Was ist denn los, fragt der verwirrte und einigermaßen unschuldige Mann? WAS soll sein, ich bin doch gerade erst gekommen! Lass mich doch erstmal nach Hause kommen, herrsche ich ihn an und renne die Treppe rauf.

Dort zergel ich alle meine Hosen aus dem Schrank und probiere sie nacheinander an. Und sortiere einen ganzen Stapel aus, weil ich da eh nicht mehr reinpasse. Allerdings hoffe ich, irgendwann wird sich das ändern, daher kommen sie „auf die Seite“. Stimmung danach, seltsamerweise, etwas besser.

Ich gehe wieder runter. Willst du wirklich nicht mitessen? NEIN! Ich gehe in den Garten. Sch… Ich habe keine Blumenerde besorgt… Und das Tomatenhaus ist NICHT geöffnet, obwohl der Lieblingsmann hoch und heilig versprochen hatte, es aufzumachen. (Vielleicht ist es auch einfach wieder zugefallen? Ich will nicht drüber nachdenken. Es ist einfacher, zu grummeln. Na toll! Wieder fällt das Mütchen um 5 Prozentpunkte.

Der Lieblingsmann bietet an, Erde zu kaufen. Ich winke brummig ab. Er fährt trotzdem und bringt sogar richtig viel mit. Wow! Ich kann buddeln! Stimmung steigt wieder. Zwischendrin muss er mir einmal helfen, weil ich den 60 l Erdsack nicht hochgehoben bekomme, ansonsten macht er sein und ich mein Ding.

Als ich die Katzen füttern will, fällt mir auf, dass das Futter fast leer ist und dringend nachbestellt werden muss. Also setze ich mich ans Laptop – aber komme nicht ins Internet. Und zunächst auch nicht mit Handy-Hotspot. So ne Sch….! Als es schließlich gelingt, hab ich schon wieder Worte abgesondert, die ich hier gar nicht wiederholen mag. Vor allem den Ton nicht….

Inzwischen ist es 10.00 Uhr, ich habe noch Nusscrunchy hergestellt, aber das Internet ist weiterhin gestört. Ganz schön lange für so eine regionale Störung, die es zu sein scheint. Meine Serie auf N*x konnte ich so auch nicht weiterschauen, aber was soll’s. Dafür ist die Stimmung jetzt wieder ganz gut und ich bin reif fürs Bett. Gute Nacht!

 

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