Geduldsprobe

Mindestens drei Mal bin ich heute Nacht wach geworden. Die Nase zu, fand ich mich röchelnd und ausgetrocknet im Bett wieder, die Gedanken schon beim heutigen Tag.
Als hätte die Nacht schon gewusst, was mich am Tag erwartet, denn auch dieser wollte mich nicht verschonen.

Direkt in der Früh der Versuch, heute die Anmeldung online zu machen, an der ich schon gestern gescheitert bin. Es erscheint die gleiche Fehlermeldung wie gestern. Ist wohl hartnäckig. Ich lege die Sache erstmal zur Seite.

Eine halbe Stunde später reagiert die Tastatur nicht mehr. Wie inzwischen fast jeden Tag. Ich weiß schon, wenn ich jetzt den PC neu starte, funktioniert sie wieder. Aber das dauert…. Also rufe ich mal die IT an, erläutere das Problem.

„Und das passiert jeden Tag?“

Ja, so ziemlich jeden Tag.

„Und immer um die gleiche Zeit?“

Nun, das möchte ich nicht beschwören, aber es scheint so.

„Das ist ja seltsam!“

Ja. Find ich auch. Und nervig!

„Dann solltest du dich mal melden, wenn das Problem gerade auftritt.“

MACH ICH DOCH GERADE.

„Ach so, jetzt gerade kannst du also die Tastatur nicht nutzen?“

Genau. So ist es.

 

Geduldiges Ausprobieren der üblichen Tipps:

„Hast du denn schonmal einen anderen Steckplatz versucht?“

Ja.

„Mach doch nochmal.“

Ok, (ich krabbel unterm Tisch rum) geht auch nicht.

„Hast du schonmal eine neue Tastatur versucht?“

Nein, mach ich aber sofort, (kleiner Zeitsprung) so, die geht jetzt auch nicht.

„Ist ja unwahrscheinlich, dass beide gleichzeitig kaputt sind…“

JA; UND ES GEHT JA AUCH NACH EINEM NEUSTART WIEDER!

„Zumindest haben wir das Problem jetzt erstmal eingegrenzt.“

Ach ja? Und jetzt? – Nachdem sämtliche Fehlerprotokolle ergebnislos gelesen wurden, ist auch die IT mit ihrem Latein am Ende und ich starte den Rechner neu. Hexhex, die Tastaturen funktionieren beide. Guck mal an. „Ja, wenn das nochmal auftritt, melde dich einfach wieder, ich versuche inzwischen, mal etwas rauszufinden.“ Okey, danke, du.

Ich versuche, wieder zu arbeiten. Inzwischen ist das Problem nicht hochladbarer Dateien gelöst. Langsam, aber stetig, gebe ich alle Daten ein und will dann die Datei speichern, denn ein Zwischenspeichern ist anscheinend technisch nicht vorgesehen.

Der PC hängt. Bzw. das Programm. Nichts geht mehr, außer den PC neu zu starten.

Also wieder die IT anrufen, weil ich mich dadurch, dass das Programm nicht ordnungsgemäß beendet wurde, selbst gesperrt habe. Langes erklären, was denn passiert ist. Und wie genau ist die Fehlermeldung, die erscheint? Warte, ich komm mal rüber. Die Maus flitzt fremdgesteuert über meinen Bildschirm, ich mache alles noch einmal, fröhlich-aufmunternde IT-Worte im Ohr – und hänge wieder. Na sowas.

Beim nächsten Versuch stellt sich heraus: Die Datei, die ich so schön vorbereitet hatte, ist  weg. Aufgelöst. Nicht mehr aufzufinden. Eine neue unter dem gleichen Namen kann ich aber auch nicht anlegen. Wirrwarr in meinem Herz und Hirn. Was mache ich hier eigentlich?

Auch der Versuch, von einem anderen Rechner auf das Programm zuzugreifen, scheitert. Die Anmeldung ist weg. Sie muss aber heute raus. Was tun? Faxen? Das will Cheffe nicht. Nein, auf keinen Fall, dann lieber bei einem anderen Amt einreichen. Juchhu!
Also geb ich im Zeitalter der Digitalisierung nochmals händisch alle Daten fein säuberlich in ein anderes Programm ein. Es lässt sich auch alles Abspeichern. Prima. Nur verschicken will es diese dösige PC auf keinen Fall. Das gelingt dann aber, nach Rücksprache mit der IT, meiner Kollegin an ihrem Rechner. Frist erledigt. Immerhin. Puhhhh.

Inzwischen ist es nach 13.30 Uhr. Ich hab um 7.00 Uhr angefangen und nicht wirklich etwas zustande gebracht. Aber viel gewartet und viel telefoniert und bin viel am Boden rumgekrochen. Ich mach jetzt Mittagspause.Währenddessen wird auf meinem PC ein neuer Tastaturtreiber installiert. Juchhe!
Danach ist dieser Sch….PC so langsam wie eine Schnecke auf Urlaub. Jeder Druckauftrag benötigt Minuten, bis er am Drucker ankommt. Nein, das kann unmöglich durch diesen neuen Tastaturtreiber ausgelöst werden. Aha. Aber was ist das denn jetzt??
Zu allem Überfluss darf ich jetzt noch eine andere Anmeldung in dem ersten Programm (das, was morgens nicht funktionierte) vorbereiten. Irgendwie klappt es. Um 16.00 Uhr ist auch sie verschickt. Ich habe nichts nebenher gemacht, außer Dingen, die ich ohne meinen PC erledigen konnte, während er rödelte. UNGLAUBLICH.

Es erreicht mich ein Hilferuf unseres Empfangsmitarbeiters. Er hätte jetzt schon 36 Mal versucht, eine Email zu drucken, aber die komme einfach nicht aus dem Drucker! Der Druckauftrag versackt im Nirvana. Ich eile zur Hilfe, und noch während wir versuchen, dem Übel auf die Spur zu kommen, ruft unser Münchener Büro an, unser Fax würde nicht funktionieren. KANN NICHT SEIN! Sieht doch alles ganz normal aus. Ich schlage vor, doch lieber eine Email zu schicken. Die können wir wenigstens lesen. Wenn auch nicht drucken.

Als die IT anruft, schleich ich mich aus dem Büro. Feierabend.

 

 

Ein Gedanke zu “Geduldsprobe

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