Godzilla und die Bauklötzchen

Überraschend konnte ich heute um 13.00 Uhr Feierabend machen. Mitten am Tag. Wie nutze ich die Zeit?

Ich beschließe, in die Praxis zu fahren und mich dort um meine eigenen Themen zu kümmern. So vieles ist noch ungeklärt (s. Scheitern). Ich stelle die Situation auf:

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Immer noch bin ich hin- und hergerissen zwischen völliger Aufgabe und Weitermachen um jeden Preis. Nicht zuletzt der Bildungsurlaub im Januar hat mich wieder angetriggert, und im April gibt es in Nürnberg ein Seminar, was ich so gerne mitmachen würde! Aber – brauch ich das? Lohnt sich das?

Wann lohnt sich überhaupt etwas? Wann entwickelt sich das Gefühl, etwas Lohnendes getan zu haben?

Und wer ist der Empfänger? Lohnt es sich für mich als HP? Oder für mich als Mensch? Und warum unterscheide ich überhaupt zwischen diesen beiden Personen? Ist die eine weniger wert als die andere?

Ich überlege, umkreise, verschiebe. Komme zu keinem Ergebnis, fühle mich dennoch angestoßen, gerüttelt. Bilder machen anschaulich, und es ist, als ob ich es zwar sehe, aber auch irgendwie noch nicht. Der Kopf ist zu voll, immer neuer Input kommt herein, nichts heraus. Diese Gedankenarbeit laugt mich mehr aus als 8 Stunden im Büro.

Ich fahre nach Hause, esse, lese einen Roman. Eine junge Frau, die Ärztin werden will um jeden Preis. Sie weiß genau was sie will. Ich nicht. Wie ein kleines, zusammengekrumpeltes Blatt fühle ich mich, was sich erst ganz langsam entfaltet, wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen. Als ob ich schon warte darauf, aber es einfach noch nicht so weit ist.

Erleichterung verschaffen mir ferne Welten und klare Regeln. Und Ruhe. Stille. Sitzen im Dunkeln, nur die Laptopbeleuchtung glimmt gedimmt vor sich hin, um meine wirren Gedanken auf virtuelles Papier zu werfen.

Wenn ich mich selbst beobachte, muss ich lachen. Ich war schon immer so, grübelnd, zweifelnd, und es hat mir nichts gebracht, all die Jahre, außer Kopfweh und Fressattacken. Trotzdem kann ich nicht damit aufhören, kann gerade den Fluss nicht finden, in dem ich einfach mitschwimmen könnte.

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Wie Godzilla stehe ich in meinem eigenen Leben, verstrahlt, allein, und jede Beschäftigung mit mir macht meinen Godzilla größer und größer, versperrt die Sicht.

Es muss noch einen anderen Weg geben, irgendwo.

 

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