Nichts erlebt

Boah, jetzt hab ich drei Tage hintereinander Schule gehabt, und gar nichts erlebt!
So sprach ich heute zu dem Lieblingsmann, nachdem ich mit 60 Seiten Papier mehr und 20 Stunden Input in meinem Kopf auf dem Sofa zusammensackte.

Angefühlt haben sich diese drei Tage Bildungsurlaub viel länger als die letzten drei. Vielleicht, weil es sehhhr viel Theorie und deutlich weniger Praxis war. Vielleicht war das auch so ein Gruppending, denn nicht jede Gruppe ist gleich kurzweilig. Wäre interessant, mit der ersten Gruppe auch den zweiten Kurs mal zu machen.

Bei der Theorievermittlung merke ich, dass ich schnell in so ein altes „Schulmuster“ rutsche. Besonders, wenn es Arbeitsblätter gibt, die wir alleine bearbeiten sollen! Dann fühle ich mich schnell aussortiert, nimm jetzt mal dein Arbeitsblatt und gib Ruhe, vielleicht auch allein gelassen, in die Ecke gestellt. Jedenfalls komme ich nicht gerade in positive Emotionen.
Und auch dieses ewige „Zusammentragen von Arbeitsergebnissen“, „was fehlt hier jetzt noch?“, „fällt euch noch etwas dazu ein?“ – nee, nicht meins. Irgendwie so völlig spaßfrei.

Diese drei Tage waren viel Bildung, sie haben auch einiges in meinem Kopf klarer gerückt, keine Frage! Aber sie waren auch wenig Leben. Wenig Erleben. Wenig Mittagspause, keine Ruhe, abends schon dunkel. Herrje.

Noch etwas ist mir aufgefallen: Wir haben erst um 9.30 Uhr angefangen. Ich werde aber um 5.15 Uhr wach, das ist einfach meine normale Weckzeit, und wenn ich nicht total spät ins Bett gehe oder wirklich totmüde bin, ist das eine Zeit, zu der ich inzwischen auch schon ohne Wecker wach werde. (Ich hätte das ja vor vier Wochen noch gar nicht für möglich gehalten, aber ich hab es mir bewiesen!) Und dann ist ja noch soooooo viel Zeit bis 9.30 Uhr. Also noch im Bett rumlümmeln, lange im Bad trödeln, viel frühstücken, ausführlich Zeitung lesen. Könnte alles ganz schön sein, aber meine Routine fehlt. Und die meines Lieblingsmannes auch. Plötzlich ist er mit im Bad, während ich mir noch die Haare föne oder sonstwas mache. Plötzlich bin ich mit in der Küche, während er Kaffee macht und steh im Weg. Plötzlich läuft das Radio, wo ich es doch immer ganz still habe. Plötzlich quatsche ich auf ihn ein, wo er doch noch gar nichts gegessen hat. Undsoweiterundsofort.
Werden wir jetzt alt? Oder sind wir es schon? Bin ich jetzt alt und eingefahren, eingerostet und unflexibel? Dass ich meine Routine vermisse? Dass ich Struktur brauche? Und warum klingt Struktur in meinen Ohren besser als Routine?

 

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s