Schon vorbei!

Dr. Wiebke Lahg, Schluss mit Gelaber, Gruppengespräche zum Ergebnis führen. Na, hört sich das nicht vielversprechend an? Ein Volkshochschulkurs bzw. drei Tage Bildungsurlaub zu Volkshochschulpreisen – und mit einer wunderbaren, professionellen Leitung, die die drei Tage für mich absolut rund gemacht hat.

Aber, wie so oft, ich sollte mir Kursbeschreibungen besser durchlesen. Denn Moderation in dem Sinne, dass ich mich völlig raushalte, wird wohl eher nicht mein Thema sein. Und auch die Erarbeitung eines Ergebnisses wird eher nicht in Frage kommen. Oder doch?

Angenommen, ich biete ein regelmäßiges Treffen einer festen Gruppe an. Was mir vorschwebt, ist eine Art „Frauengruppe“, die sich trifft, austauscht, und bei der ich, um dem Ganzen einen Rahmen zu geben, Impulse vorgebe in Form von geführten Meditationen, Geschichten, kreativen Ausdrucksmöglichkeiten, und darüber ein Gespräch in Gang kommt. Auf die Zusammenstellung der Gruppe habe ich wenig Einfluss, aber das Knowhow der Teilnehmerinnen sollte ich vielleicht nicht unterschätzen. Und meine Aufgabe wird es dann sein, dass sich alle gut gesehen und aufgehoben fühlen, wir uns nicht verrennen und am Ende das Gefühl haben, mit etwas mehr Erfahrung oder Erkenntnis oder Anregung wieder nach Hause zu gehen. So mein Plan, und nach diesen drei Tagen erscheint er mir gar nicht mehr so schwer umzusetzen wie vorher.

Das liegt zum Einen daran, dass ich durch die wunderbare Gruppe sehr sanft gespiegelt bekommen habe, wie ich auf sie gewirkt habe (manchmal braucht man ja so ein bisschen positives Feedback, um weitermachen zu können), und so die – zum Teil sehr positiv formulierte – Kritik gut annehmen konnte. Das, was in meinem brotbringenden beruflichen Umfeld für mich absolut normal ist – Struktur Struktur Struktur – muss ich in Gesprächen auf jeden Fall noch üben. Gleichzeitig wurde mir durch die Beobachtung der Anderen und den ständen Rollenwechsel während der Übungen (Leitung – Teilnehmer – Beobachter) sehr bewusst, wie die Persönlichkeit der Gesprächsleitenden und ihr ganz eigener Stil Einfluss hat auf die Gesprächsbereitschaft der Teilnehmer und das Ergebnis der verschiedenen Gespräche.

Zum Anderen haben wir viele Übungsangebote bekommen, eine Reihe von (Moderations-)Techniken kennengelernt und die zugrundeliegende Theorie kam auch nicht zu kurz. Zusätzlich gab es jeden Abend das Skript des Tages, erarbeitete Arbeitsergebnisse und noch mehr Zusatzinfos per Email. Insgesamt wurden also Herz und Kopf gefüttert, wenn das kein guten Ergebnis ist!

Wiebkes unaufgeregte Art hat mich sehr beeindruckt. Sie hat sich zu keiner Zeit die Fäden aus der Hand nehmen lassen, Redebeiträge bei Bedarf geschickt und konsequent gestoppt, ohne rüde zu wirken, sie war immer freundlich, sachlich, interessiert und zugewandt, einfach professionell und sprachlich sehr geschickt. Und sie hat eine feine Beobachtungsgabe. Jeder hat von ihr mündlich in der Gruppe, einzeln und auch schriftlich in Form von Notizen Rückmeldungen bekommen, sofern er oder sie das wollte. Wenn irgendjemand mal eine Moderation benötigt, oder sich für das Thema generell interessiert, ich würde Wiebke Lahg auf jeden Fall empfehlen!

So, nun aber genug der Belobigungen und ab ans Katzenfutter, ich werde hier gerade zusammengebrüllt, als seien sie drei Tage nicht gefüttert worden. Wie war das mit dem Umgang mit schwierigen Diskussionsteilnehmern? Ich werde jetzt mal Aufgaben an die Katzen verteilen. Jagen ist angesagt, hier, fang dein Futter!

 

Ein Gedanke zu “Schon vorbei!

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