Freudenruf mit sieben Buchstaben oder Erster Arbeitstag nach 3 ½ Wochen Urlaub

Ach wie war ich beschwingt, als sich um 4.14 Uhr meine Äugelein öffneten und ich frohen Mutes schon dem Aufstehen in einer Stunde entgegenwartete! Wie wunderbar! Endlich wieder würde ich die wundersamen Räumlichkeiten betreten dürfen, in denen stetig interessante Aufgaben auf mich warten!

Beschwingt schwang ich mich unter die Dusche, während der rote Kater davor Wache schob, damit mich auch niemand störte, so früh am Morgen. Die Falten geglättet und retuschiert stieg ich Stiege hinab zur Stube, wo frisch gebrühter Kaffee im glitzernden Becher auf mich wartete. Noch ein paar Kekse für die Kollegerei eingepackt und schon saß ich im Auto auf dem Weg in die Stadt meiner Träume, die mit der Düssel, wo am helllichten Tage, so wurde im Radio berichtet, Messerstechereien in der Altstadt zur Normalität gehören. Ach so!

Ich aber fuhr langsam in das Stauende am Mörsenbroicher Ei, als mein Blick nach rechts fiel, auf die von schlecht eingestellten Autoscheinwerfern gespenstisch beleuchtete Wiese, auf der zwei weiße Morcheln Seite an Seite dem feinen Nieselregen trotzten – und war gerührt ob dieses zarten Bildes der Natur. Ein feiner Seufzer entfuhr meiner Brust und die Zeit bis zum Ziel verflog in schöner Schwelgerei.

Angekommen am Zielort, (nach Durchquerung der engen Furt, die nicht ein weiteres Mal zum Thema werden wird) hüpfte ich die Treppen hoch zum noch dunkel liegenden Hort der Freude.
Sanft flackerte das Licht, leise brummte der PC, als ich das Knöpfchen zum Erwachen drückte. Und als wisse er um diese Wirkung, wünschte der PC einen zweiten, erneuten Start, bevor ich ihn mit positiven Passwörtern zum pausenlosen Einsatz animierte. (Positive Passwörter sind übrigens wichtig. Nie könnte ich mit „Dumpfbacke 78“ oder „StückDreck123“ glücklich werden!)

Ungeduldig erwartete ich fürderhin die Ankunft der lieben Kolleginnen und Kollegen. Und tatsächlich, alle eilten eifrig herbei, um die Kunde vom Urlaub zu vernehmen. Heissa, „Na, wieder da?“ und „Morgen!“ schallte es nur so durch die Gänge. Gar nicht genug konnte ich erzählen, lediglich unterbrochen von ausführlichsten Berichten der Kolleginnen, was alles geschehen war in den letzten Wochen nämlich: „Hier war nix los.“ Poesie in meinem Ohren, das Herz voller Glück! Es ist so schön, vermisst zu werden und zu vermissen, gleichermaßen. Es ist so bereichernd, wenn die Informationen nur so sprudeln!

Und, was soll ich noch berichten? Ein Keks blieb auch für mich, der Tag verflog in fröhlichem Treiben, und mit hunderten Anderen versuchte ich die Heimfahrt zu verzögern durch konsequentes Stehen auf der Autobahn. Wollten wir unbewusst den Tag nicht enden lassen?

Hätte ich geahnt, welche Überraschungen dieser noch in sich trug, mir wären wohl Flügel gewachsen. Aber davon, vielleicht, ein andermal. Ich bin noch so überwältigt.

2 Gedanken zu “Freudenruf mit sieben Buchstaben oder Erster Arbeitstag nach 3 ½ Wochen Urlaub

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