Uuuuuurlaub

3 ½ Wochen liegen vor mir, 3 ½ Wochen lang kann ich machen, was mir gerade in den Sinn kommt, kann ich meine Zeit einteilen, wie es mir gefällt. Kann aufstehen und ins Bett gehen, wann es mir beliebt.

Ich kann es noch gar nicht glauben. Unwirklich ist dieser Strauß von Möglichkeiten gerade. Meine Gedanken drehen sich weiterhin um meinen Arbeitsalltag. Und die Frage, warum er eigentlich so anstrengend ist.

Ich habe relativ geregelte Arbeitszeiten, keinen Schichtdienst oder so. Gut, ich fahre früh los, aber normalerweise ist nach 8 oder 9 Stunden auch Schluss. Manchmal ist diese Zeit angefüllt mit Arbeit, manchmal ist sie anstrengend und durcheinander und hektisch, manchmal ist es aber auch gähnend langweilig und wir warten und warten, bis es wieder los geht, weiter geht.

Immer öfter nutze ich die Gelegenheit und fahre dann zeitig nach Hause, baue Überstunden ab. Aber immer häufiger habe ich dabei den Eindruck, dass das den Kolleginnen nicht gefällt. Sie sagen nichts, nein, es ist nur der Zuckerguss in der Stimme, wenn sie versichern, dass ich „natürlich“ gehen kann, der mir eine Gänsehaut über die Arme jagt. Ob berechtigterweise oder nicht, das vermag ich inzwischen nicht mehr zu sagen. Ich werde mir unsicher ob meiner eigenen Wahrnehmung.

Manchmal ist die Stimmung so, dass ein „Guten Morgen“ nur zurückgemurmelt wird, kein Hochschauen, kein Blick, kein Lächeln. Gut, ich bin morgens auch nicht gerade die Stimmungskanone, aber es gibt so Mindeststandards im Umgang, die ich immer mehr vermisse. Ist es nicht (mehr) normal, dass man nach einem Wochenende auch mal fragt, wie es so war? Ob es einem gut geht? Bei uns ist das wohl abgeschafft, wenn ich mal eine Frage stelle, kommt ein „Jo, war gut, ne?“ „Ja, alles gut“ oder sonstige ausweichende, nichts sagende Plattitüden.

Vielleicht schrumpft gerade mein dickes Fell. Weil ich mich alleine fühle, niemand mehr da ist, mit dem ich mal quatschen kann, einfach so. So viele Einzelbefindlichkeiten sind zu beachten, Untiefen, Fettnäpfchen. Und dann gibt es Momente, da scheint alles „ganz normal“ zu sein, da lachen wir zusammen, erzählen, alles scheint gut.

Mich strengt das an. Dieses Hin und Her. Das Abgrenzen, um nicht in einen Sumpf seltsamer Stimmung mit hineingezogen zu werden. Auch das Warten auf Arbeit. Das Aushalten, dass es gerade nicht weitergeht, ich es nicht in der Hand habe. Nach einem anstrengenden Tag kann ich mich wenigstens abends entspannen, was mache ich nach einem endlos zähen Tag?

Deshalb bin ich froh, nun frei zu haben. Immer wichtiger wird diese freie Zeit für mich, je älter ich werde. (Aber ich glaube, es ist keine Frage des Alters, sondern der Zeit, die ich schon so verbringe, im Arbeitsprozess…) Nun ist Regenerationszeit angesagt, Neukalibrierung. Und viel Zeit in der Natur verbringen, darauf freue ich mich. Draußen sein, Licht sehen, Wind und vielleicht sogar Sonne spüren. Ja, darauf freue ich mich sehr!

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Uuuuuurlaub

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s