Samstage im Hummelhaus

Wieder so ein Samstag!
Ich weiß nicht, ob ich Samstage mag oder doof finde.

Dank einer total lieben Spontaneinladung der Tochter meiner langjährigsten Freundin bin ich gestern erst spät im Bett gewesen und habe folglich heute lange geschlafen. So bis 7, halb 8. Resultat: Rückenschmerzen. Therapie: Frühsport im Wohnzimmer.

Und dank der Tüte Chips, die ich um 23 Uhr noch fast alleine gegessen habe, hatte ich auch gar keinen Hunger und wollte nur einen Kaffee. Das sag ich immer, jeden Samstag, und der Hummelmann stellt immer alles hin, Tasse, Teller, Messer etc., weil er weiß, wenn ich einmal da sitze, dann esse ich ja doch was. Was allein daran liegt, dass ich einfach nicht Anderen beim Essen zugucken kann, ohne mitzufuttern. Nein, ich bin kein Kriegskind. Ich musste mich auch nicht unter gierigen Geschwistern behaupten. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist…

Jedenfalls gab es ein kurzes Frühstück mit Tagesplanung (so gegen 15.00 Uhr will Schwiegerpapa kommen), und ich hab schonmal so nebenbei den Einkaufszettel geschrieben. Die Spülmaschine noch schnell anmachen, und los geht’s.

Und wie fast jeden Samstag kommt es so, dass, wenn wir schon einmal unterwegs sind, wir ja auch kurz da- und dorthin fahren können. Heute war es der Baumarkt, den wir ansteuerten, wo wir suchend hin und her liefen, um schließlich nur mit einem neuen Kehrblech und Filzgleitern wieder rauszukommen. Danach werden die Kühl- und sonstigen Vorräte wieder aufgefüllt. Und – so schöne Erdbeeren, komm, wir nehmen mehr mit, wir haben ja noch gar keine Marmelade gekocht!

Das Erste, was mir zu Hause beim Auspacken auffällt:
Wir haben den Gelierzucker vergessen! Stand ja auch nicht auf dem Zettel…

Ok, der Hummelmann fährt nochmal los. Kurz unterstelle ich ihm gedanklich, dass er nur nicht auspacken oder die Spülmaschine ausräumen will, aber nein, er bringt sogar noch Katzenfutter mit! Das hatten wir nämlich auch vergessen, da nicht aufgeschrieben. Das gibt Punkte in der B-Note!

Ich zauber einen Nachtisch aus den restlichen eigenen, schon gepflückten Johannisbeeren, koche Marmelade, machen die Betten und schleife den zweiten unserer Stühle ab und lackiere ihn neu, währen der Hummelmann sich dem Verschlag an der Gartenhütte widmet und diverse Wandhalterungen für unsere Gartengeräte befestigt. Dabei fällt auf, dass wir auch mal wieder häckseln sollten. Ermattet machen wir erstmal eine Viertelstunde Mittagspause und futtern ne Pommes. Dann fange ich an, die Büsche zu beschneiden. Währenddessen trudelt der Schwiegervater ein, wie immer mit diversen Geschenken, und der Hummelmann ist erstmal in Beschlag genommen. Während ich mit einem Haufen trockener Wäsche an ihnen vorbeilaufe, sagt der Schwiegervater noch was von „so sieht das also aus, wenn du arbeitest“ oder so was… er hat es nett gemeint. Grrrrr.

Jedenfalls häckseln wir auch noch, ich sammel gefühlt tonnenweise Schnittgut ein, die Komposthaufen laufen über. Dann ist auch schon Abendbrotzeit, wir schnippeln Gemüse, ab in den Ofen, ich mixe eine Remoulade, Tisch decken, uff. Inzwischen ist es nach 17.00 Uhr, mein Vater kommt auch noch kurz dazu, als wir beim Nachtisch sind, und als so gegen 20.00 Uhr alle wieder weg sind, ist mir, als sei ich durch ein Gewitter gegangen und ständig vor den Blitzen ausgewichen und hin und her gerannt. Ich steige unter die Dusche, räume noch ein wenig draußen auf, nehme mein Buch – und schlafe total verbogen auf der viel zu kurzen, harten Bank ein.

Samstagabend im Hummelhaus.

Und nun sitze ich mit der weißen Katze auf dem Sofa, der Hummelmann mit der roten Katze am Tisch und wir tippen beide in unsere Laptops, bis wir uns müde anschauen werden, „schlafen?“ fragen, nicken und die Treppe hoch in unsere Betten fallen werden.

So oder so ähnlich vergehen Samstage.

Einkaufen, rumprösseln, putzen, waschen, kochen, essen, schlafen. Nur das Schreiben ist neu. Gut so. Wenigstens doch nicht „Und ewig grüßt das Murmeltier“.

Warum aber bin ich so müde?
Morgen, morgen machen wir was Schönes!
Irgendwas.
Ohne Anstrengung.
Bitte!

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