Unübersicht

Heute habe ich wieder etliche Stunden mit meinem Herzensprojekt zugebracht: Ein Buch zusammenzustellen über die Seminare bei Carles Company zum Thema Presencia Biodinámica. Da er nur Spanisch spricht, wurde alles, was er gesagt hat, übersetzt ins Deutsche. Und aufgenommen. Und ich habe es abgehört und abgetippt.
Aber damit fängt die Arbeit ja erst an.

Nun sitze ich vor diesem Wust von Texten und überlege, wie ich sie in eine les- und verstehbare Form bringen kann, ohne den Inhalt zu verfremden, ohne die Dynamik des Vortrags zu verfälschen, ohne den Sinn zu entstellen. Und obwohl ich Carles jetzt schon mehrmals live jeweils 5 Tage in Seminaren erlebt habe, fällt mir das an einigen Stellen sehr schwer. Auch habe ich mich noch nie in solch großen Texten bewegt, und da mein Gedächtnis nicht das beste ist, muss ich mir ständig irgendwelche Randbemerkungen notieren, um mich nicht zu „verlaufen“, nicht die Übersicht zu verlieren. Trotzdem wirbeln die Textstellen in meinem Kopf hin und her, und ich trudel dazwischen rum, strauchel und verliere den Boden unter den Füßen, weiß nicht mehr weiter, schlage hart auf.

Und ausgerechnet heißen die Kurse „Vom Segen der Unsicherheit“.

„Niemand kann sich frei machen von Unsicherheiten. Das ist nur eine Vorstellung, die wir Menschen haben, dass wir sicher sein dürfen und keine Unsicherheit haben. Dass wir nicht unsicher sein dürfen, ist natürlich etwas, was uns beigebracht wurde. Es ist ein Glaubenssatz.
Wir sollten uns erlauben, uns unsicher zu fühlen.“ 

Ha, wie passend.

„Wir versuchen mit allen möglichen Mitteln, uns sicher zu fühlen.Wir wollen keine Unsicherheit. Ohne zu merken, dass es zum einen unmöglich ist, sich nur sicher zu fühlen, weil es wirklich 1000 Parameter und Sachen gibt, die außerhalb unserer Kontrolle sind.“

Wie wahr.

Doch die Arbeit an eine Buch ist ja keine Cranio-Behandlung.

„Wenn ich mir nicht erlaube, in dieser Unsicherheit zu sein, dass ich etwas nicht kenne, dann schränke ich mich ein. In dem, was ich schon kenne, gibt es keinen Platz mehr für etwas Neues.“

Na, ich werde das schon hinkriegen, irgendwie, irgendwann. Schließlich möchte ich die Erfahrungen aus den Seminaren möglichst vielen Menschen weitergeben, und dieses Buch ist ein erster Schritt in diese Richtung. Und da mein Lieblingsmann es gestalten wird, hat es auch eine Chance, gelesen zu werden. Vielleicht. Hoffentlich.

Und bis dahin halte ich die Unsicherheit eben aus. Und die Unübersichtlichkeit. Und schaffe vielleicht Platz in mir für etwas Neues.

Herzliche Grüße,
die Hummel

 

 

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